Home       Aktuell       Werke       Galerie       Lindau       Biographie       Publikationen       Sammlungen       Kontakt  
Bereicherung durch Bebilderung 
   
Ein Student - offen und interessiert für vieles, noch unbefangen in Dingen und Meinungen, weder geerdet noch bodenlos in seinen Vorstellungen und Zielen.

Ein Stand auf einem Künstlermarkt - umflutet von unzähligen Möglichkeiten der Kreativität und des handwerklichen Geschicks und dennoch einzigartig in diesem Meer der Eindrücke.

Ein Mund - sonst redegewandt und wortstark, nun offenstehend vor Staunen und Begeisterung, nach Worten suchend, die die Persönlichkeit der Bilder auch nur annähernd zu fassen vermögen.

So stand ich vor einigen Jahren das erste Mal vor den Kunstwerken von Victor Shtivelberg. Völlig sprachlos und berauscht von den mannigfaltigen Eindrücken seiner Bilder. In den Bann gezogen vom starken Ausdruck dieser fabelhaften Gemälde und Zeichnungen.

Ich weiß noch wie heute, dass es mein Herzenswunsch war, alle Details, alle Farben und Formen, Wesen, Personen, Situationen aufzusaugen und in mir zu bewahren - so etwas rundum Fantastisches hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Mir war klar: Das ist die Kunst eines wahren Talents.

Jedes Bild und jede Zeichnung sprach davon, dass Victor Shtivelberg ein Individualist mit persönlichen Blick auf die Welt und die Menschen ist, der sein zeichnerisches wie malerisches Können dazu nutzt, die Betrachter seiner Werke in eine (seine!) ganz spezielle Welt zu führen - ihnen die Augen zu öffnen, sie ein Stück weit zu geleiten, ehe sie selbst eins werden mit dieser Welt.

Ich bin nach wie vor dankbar für diesen ganz besonderen Moment in meinem Leben, der mir so viel Bereicherung gebracht hat! 

Gefüllt von Glück  zog ich damals mit zwei Kunstdrucken von dannen (mehr war als Student einfach nicht drin) und mein Kopf bemühte sich noch Stunden lang die berauschenden Eindrücke der Shtivelbergschen Kunst zu bewahren, sie zu rahmen und sie in meiner Erinnerung auszustellen. Und mein Mund, der lächelte.
Inzwischen sind Jahre ins Land gezogen - der junge Student hat nun Boden unter den Füßen, weiß, nein: ahnt, wer er ist und was er möchte. Und vor allem weiß er, was er auf keinen Fall missen mag: Sein tägliches Ritual, in die Welt von Victor Shtivelberg einzutauchen. Sich mitreißen zu lassen von den Ideen und Geschichten, die seine Bilder erzählen. Eins zu werden mit den Charakteren der Bilder.

Es bleibt mir weiter eine Freude, zu sehen und auch zu empfinden, dass in den Kunstwerken von Victor so viel Menschlichkeit lebt - nicht immer schön anzusehen, wie Freunde von mir es verspüren, da viele Gesichter bizarr aufgebrochen oder entrückt aussehen. Ich sehe darin das Besondere, das Einzigartige im Menschen, sehe darin Charakter und Stärke der Individuen, kann Ihre Emotionen, ihren Willen und ihre Hoffnungen darin lesen und mich wieder und wieder selbst darin finden.

Für manchen Betrachter bleiben Victors Welten verschlossen - nicht, weil es einer besonderen Gabe verlangt einzutauchen, sondern, weil diese Menschen es nicht zulassen. Für sie bleiben es eben "nur" Bilder - für mich erwachsen daraus Eben-Bilder! Ein Spiegel der Welt, der Möglichkeiten, der Ängste und Träume - ein Spiegel des Lebens - mein Spiegel.

Es war damals eine spontane Idee die weite Strecke zu dem Markt zu fahren, um mal etwas anderes zu sehen - Dass ich dort eine neue Art des Sehens lernen durfte, macht es so bedeutungsvoll.
Ich wünsche jedem die Freude, sich das Leben von Victor Shtivelbergs Wahrnehmungen bebildern zu lassen. Denn so begibt man sich auf den Weg in ganz persönliche, imaginär gestützte Welten und dies führt in jedem Fall zu einer tatsächlichen Bereicherung des Lebens.

Andreas Schwesing