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Sein Buch - Seine Biografie - Sein Leben - Seine Werke - Seine Leidenschaft

Es ist unheimlich. Man spürt wie schwierig es ist, zu sagen was dieser Künstler genau tut, wenn er
malt. Nicht das seine Arbeiten sehr abstrakt oder surreal wirken, eher strahlen sie trotz ihrer klaren,
realistischen Motive so etwas wie Mystik aus. Oft sind es einfache Menschen, aber eben doch nicht
einfache Menschen, die in den Bildern zu finden sind. Sie wirken deformiert, aber nicht als ob diese
Deformationen real wären, sondern so als ob sie etwas sagen sollen, das unaussprechlich ist.

Die Farben sind nie zu stark, aber sie sind immer von einer stilistischen Authentizität, die verwundert.
Es finden sich große Farbflächen, die auch als Linien fungieren. Die ursprüngliche Zeichnung tritt in
den Hintergrund, allerdings verlieren die Bilder dadurch nicht an Plastizität. Eher scheinen sie
dadurch noch zu gewinnen. Man muss wirklich - und das auch nach längerem Schauen und Stochern
- zugeben, dass dieser Künstler ein wahrer Virtuose ist. Von ihm produziert werden Öl, Pastell als
auch Aquarellbilder, sowie Grafiken. Vor allem aber angetan hat es ihm Gouache, eine Maltechnik
mit halb deckenden und deckenden Wasserfarben, die ihre ganz speziellen Farbtöne hervorbringt.

Sein Name ist Victor Shtivelberg und er kommt ursprünglich aus Odessa in der Ukraine. Schon früh
begann sich in ihm ein Interesse, nein eine Leidenschaft für die Malerei zu regen, aber immer wieder
musste diese Leidenschaft zurückstehen, bis er endlich doch die Kunsthochschule in Odessa
besuchen konnte, um unter strengen Lehrern zum Künstler diszipliniert zu werden. Aber man weiß,
dass man einen Künstler nicht disziplinieren, nicht züchten kann: man muss einer sein. Und das war
er - und so schloss er die Kunsthochschule ab und auch der Erfolg stellte sich nach und nach ein. Die
Liste der Sammlungen, die Bilder von Ihm halten ist unwahrscheinlich lang und enthält sowohl
Sammler aus Deutschland, Holland, Liechtenstein, Großbritannien, Frankreich oder Irland als auch
der USA, Israel, Kanada, der Ukraine, Russland, Bulgarien oder Südafrika. Insofern zählt Shtivelberg
schon heute zu den ganz großen der Kunst.

Seinen Stil in klassischer Manier zuzuordnen ist sehr schwierig, um nicht zu sagen: es ist unmöglich.
Beeinflusst ist er zumindest von sehr vielen, unterschiedlichen Künstlern wie Hieronymus Bosch, dem
Maler des ausgehenden Mittelalters, Picasso, Gauguin, Paul Klee, Gustav Klimt oder den
Impressionisten Paul Cezanne und Edgar Degas. Auch Maler aus Russland wie Alexander Kuprin, Leon
Bakst oder Natan Altman haben ihn in seiner Entwicklung bewegt, aber man kann aus seinen
Einflüssen nicht herleiten wie er malt. Man versucht seine Malerei mit dem Begriff des transkriptiven
Realismus zu bezeichnen, um damit auszudrücken: er malt zwar realistisch, aber in einer Art und
Weise, die etwas vermitteln will. Nur was, kann man nicht sagen.

Seine Arbeiten wirken sehr persönlich, obwohl man nicht genau feststellen kann wieso sie das tun.
Symbolisch arbeitet er oft mit dem Vogel und dem Käfig als Zeichen für Freiheit und Knechtschaft,
auch wichtig scheint der menschliche Schädel, der oft dazu dient eine Art Harmonie herzustellen.
Harmonie ist auch ein allgemeines Stichwort zu Shtivelberg. Seine Bilder sind frei von Sarkasmus,
Zynismus, Grausamkeiten oder Brutalität; immer sind sie, teilweise auch in einer eher dunklen Art
und Weise, harmonisch und in sich ausgewogen.

Shtivelberg selbst sieht sich nicht als schöpfender Künstler, sondern als Mittler, der sich einer
kreativen Energie hingibt, die ihm sagt, was zu tun ist. Er selbst bezeichnet diesen Zustand als "Singen
der Seele". Und seine Seele singt - du kannst sie mit den Augen hören.

Wilken Wehrt